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Zunahme der häuslichen Pflege in Deutschland: Immer mehr Angehörige reduzieren Arbeitszeit oder geben Beruf auf

11.06.2024
Zunahme der häuslichen Pflege in Deutschland: Immer mehr Angehörige reduzieren Arbeitszeit oder geben Beruf auf

In Deutschland werden rund vier Millionen Pflegebedürftige zuhause versorgt. Eine neue Studie zeigt, dass ihre Angehörigen dafür mehr Zeit aufwenden als noch 2019. Diese Entwicklung hat signifikante Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit: Fast jede vierte Hauptpflegeperson reduzierte ihre Arbeitszeit oder gab ihren Beruf ganz auf; nur 46 Prozent arbeiten noch Vollzeit. Dies ergab eine aktuelle, nach Pflegegraden repräsentative Forsa-Umfrage für den WIdOmonitor 2024 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Steigender Zeitaufwand für Pflege

Im Sommer 2023 befragte das WIdO rund 1.000 Hauptpflegepersonen im häuslichen Umfeld und verglich die Ergebnisse mit einer Vorgängerbefragung aus 2019. Die Befragten gaben an, dass sie 2019 noch 43 Wochenstunden für Pflegeaufgaben wie Körperpflege, Ernährung, Medikamentenstellung und Hilfe in der Nacht benötigten. Bis 2023 stieg dieser Aufwand auf 49 Wochenstunden. Viele Pflegende fühlen sich laut Umfrage am Rande ihrer Kräfte. „Jeder vierte Befragte gab an, hoch belastet zu sein und die Pflegesituation eigentlich gar nicht mehr oder nur unter Schwierigkeiten bewältigen zu können“, schilderte Antje Schwinger, Leiterin des WIdO-Forschungsbereichs Pflege, die Ergebnisse.

Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit

Der zunehmende Pflegeaufwand wirkt sich auch erheblich auf die Berufstätigkeit der Hauptpflegepersonen aus. Eine „Work-Life-Care-Balance“ sei für viele schwer zu erreichen, so die Expertin. Gerade einmal 46 Prozent der Befragten im erwerbsfähigen Alter arbeiten noch Vollzeit, 37 Prozent in Teilzeit und 18 Prozent sind nicht erwerbstätig. Von den Teilzeitbeschäftigten gaben 52 Prozent an, ihre Arbeitszeit verringert zu haben. Von den Nicht-Erwerbstätigen waren 28 Prozent vor der Pflegearbeit erwerbstätig. Besonders betroffen sind Frauen, die mit 67 Prozent den Großteil der Hauptpflegenden im Arbeitsalter ausmachen.

Finanzielle Belastungen und Forderungen nach Unterstützung

Trotz gestiegener Leistungen der Pflegekassen stieg auch die finanzielle Belastung. Der mittlere Eigenanteil erhöhte sich laut Umfrage von 200 Euro in 2019 auf 290 Euro in 2023. Besonders Haushalte mit Demenzkranken und stark Pflegebedürftigen zahlten überproportional zu, erläuterte Schwinger. Hochbelastete Pflegende wünschen sich mehr Unterstützung. Für spezifische Bedarfskonstellationen sei die Situation in der ambulanten Pflege nicht zufriedenstellend.

Der AOK-Bundesverband fordert daher neue Angebote für Betroffene. Denkbar seien Hauspflegegemeinschaften, mehr Nachbarschaftshilfe und bürgerliches Engagement sowie bessere Beratungsangebote, erklärte Vorstandschefin Carola Reimann. Haushalte, die sich mehr Entlastung wünschen, müssten diese schnell, zielgerichtet und unbürokratisch erhalten.

Quelle AOK

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