Was genau sind Pflegesachleistungen?

Immer dann, wenn einem pflegebedürftigen Angehörigen eine Pflegestufe bewilligt wird, dann besteht auch automatisch ein Anrecht auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen. In beiden Fällen handelt es sich um finanzielle Unterstützungen, die von der Pflegekasse übernommen werden, damit das betroffene Familienmitglied zu Hause optimal versorgt wird. Das Pflegegeld wird immer nach der entsprechenden Pflegestufe gezahlt, aber wenn die Bemühungen und Kräfte der Familie nicht mehr ausreichen, dann können zum Pflegegeld auch Pflegesachleistungen beantragt werden.

Pflegesachleistungen

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Ab wann können Pflegesachleistungen beansprucht werden?

Wenn ein Familienmitglied bedingt durch ein hohes Alter oder durch eine Krankheit, die mindestens ein halbes Jahr oder auch länger dauert sowohl seelisch als auch körperlich nicht mehr in der Lage ist, den Alltag alleine zu bewältigen, dann besteht ein Anspruch auf Pflegesachleistungen. Um diese Leistungen zu bekommen, muss zuvor ein entsprechender Antrag gestellt werden, um in eine der Pflegestufen aufgenommen zu werden. Sollte die Pflege eines Angehörigen nur noch zum Teil oder gar nicht mehr selbst übernommen werden, dann kann ein ambulanter Pflegedienst engagiert werden, der bei der Pflege hilft. Die Sachleistungen, die für die häusliche Pflege gebraucht werden, rechnet der Pflegedienst dann direkt mit der Pflegekasse ab.

In welcher Höhe gibt es Pflegesachleistungen?

Wie hoch die Pflegesachleistungen ausfallen, ist immer von der jeweiligen Pflegestufe abhängig. So bekommen zum Beispiel Angehörige, die unter Demenz leiden, aber noch nicht in einer Pflegestufe sind, bis zu 231,- Euro pro Monat. Im Januar 2015 wurden die Pflegesachleistungen für alle, die in einer Pflegestufe sind, um vier Prozent erhöht. Demnach bekommen Pflegebedürftige heute:

  • Pflegestufe 0 mit Demenz: bis zu 231 Euro
  • Pflegestufe I : bis zu 468,- Euro / mit Demenz bis zu 689,- Euro
  • Pflegestufe II : bis zu 1144,- Euro / mit Demenz bis zu 1.289,- Euro
  • Pflegestufe III : bis zu 1.612,- Euro
  • Härtefälle bis zu 1.995,- Euro

Nicht immer reichen die Leistungen aus der Pflegekasse auch wirklich aus, daher ist es keine schlechte Idee, zusätzlich eine private Pflegeversicherung abzuschließen, die dann zusätzliche Kosten übernimmt.

Die Pflege kombinieren

Pflegegeld und Pflegesachleistungen können nach § 38 SGB XI auch miteinander kombiniert werden, so entsteht dann eine sogenannte Kombinationsleistung. Wenn sich die Angehörigen oder der Pflegebedürftige selbst für diese kombinierte Leistung entscheiden, dann sind sie für sechs Monate daran gebunden. Kombinationsleistung in Anspruch zu nehmen bedeutet, die Pflegesachleistung nur teilweise auszuschöpfen und für den nicht in Anspruch genommenen Teil entsprechend Pflegegeld zu erhalten. Das Pflegegeld wird um den Prozentsatz vermindert, in dem der Pflegebedürftige Sachleistungen in Anspruch genommen hat Diese Alternative bietet sich immer dann an, wenn der Angehörige zu Hause gepflegt wird, aber noch viele Dinge selbstständig bewältigen kann.

3 Antworten

  1. Interessanter Beitrag!
  2. Christoph
    Hallo liebe Petra, vielen Dank für den Beitrag. Ich finde die Pflegeleistungen allgemein gesprochen eine gute Sache. Zumindest der Großteil an Kosten kann so abgedeckt werden. Allerdings empfehle auch ich unbedingt die Nutzung einer zusätzlichen Pflegeversicherung. Herzliche Grüße Christoph
  3. Lisa Rosenbaum
    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Neulich kam die ambulante Pflege für meine Mutter ins Gespräch. Da ich mich mit den unterschiedlichen Pflegestufen nicht auskenne, wollte ich mich im Internet danach erkundigen. Ich schätze, man würde sie in die Pflegestufe 1 unterordnen.

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