Pflegegeld ist eine wichtige Säule in der Pflege

Irgendwann kann jeder in die Situation kommen und pflegebedürftig werden. Dann kann man ins Heim gehen – muss man aber nicht. Als Betroffener kann man sich alternativ auch privat von Angehörigen oder Freunden pflegen lassen – also auch nicht von einem professionellen Pflegedienst. Das ist – zunächst – die Grundvoraussetzung für das Anrecht auf Pflegegeld.

Antrag auf Pflegegeld

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Pflegegeld: Neues Gesetz – neue Beträge

Über einen bemerkenswert langen Zeitraum richtete sich die Höhe des Pflegegeldes im Einzelfall nach der jeweils genehmigten Pflegestufe. Nach Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes II sind die Pflegestufen allerdings nicht mehr von Bedeutung. Die Pflegestufen sind vom Begriff der Pflegegrade abgelöst worden. Doch das ist eigentlich auch nur die halbe Wahrheit. Die Pflegstufen wurden nicht 1:1 durch die Pflegegrade ersetzt. Neben den körperlichen Einschränkungen wurden nun auch die kognitiven Einschränkungen mit aufgenommen. Demenz und Alzheimer-Erkrankungen sind mit in die Pflegegrade aufgenommen worden. Damit wird der Mensch durch das Pflegestärkungsgesetz erstmalig in seiner Gesamtheit berücksichtigt. Die Höhe des Pflegegeldes ist nun vom Pflegegrad abhängig, der im Einzelfall genehmigt wurde.

Professionelle Hilfe bei der Pflege

Das Pflegegeld fließt dann quasi Monat für Monat automatisch. Es ist aber nicht so, dass sich dann im weiteren Verlauf „niemand mehr darum kümmert“. Im Gegenteil: Betroffene, die „privat“ gepflegt werden und Pflegegeld beziehen, werden in regelmäßigen Abständen auch von professionellen Pflegediensten situativ angemessen unterstützt. Mit diesem Schritt sollen die pflegenden Angehörigen entlastet und Pflegefehler vermieden werden.

Was ist, wenn…

Im Rahmen dieser Betreuung können den pflegenden Angehörigen auch kompetente professionelle pflegerische Tipps gegeben werden. Auch Pflegebedürftige müssen gelegentlich mal ins Krankenhaus oder in eine Rehabilitationsmaßnahme. Das Pflegegeld wird dann 4 Wochen weitergezahlt. Erst nach diesen vier Wochen ruht das Pflegegeld so lange, bis der Pflegebedürftige wieder nach Hause kommt. Sollte der Pflegebedürftige vorübergehend in eine Kurzzeit- oder Ersatzpflege kommen, wird das bis dahin bezogene Pflegegeld ebenfalls für maximal vier Wochen pro Kalenderjahr – zur Hälfte – weiter bezahlt. Mit dem 1. Januar 2016 hat sich der Anspruch auf maximal sechs Wochen im Kalenderjahr für die Ersatzpflege erhöht. Die Weiterzahlung während der Kurzzeitpflege wurde auf acht Wochen hochgesetzt.

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