Mehr Pflegebedürftige wollen Pflege zu Hause

Nahezu 2,6 Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit pflegebedürftig, wie aus den Daten der aktuellen Pflegestatistik hervorgeht und diese Pflegebedürftigen möchten Pflege zu Hause wahrnehmen. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird aufgrund der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen. Um einen Überblick über die jeweils aktuelle Pflegesituation zu erhalten, führen die Statistischen Ämter von Bund und Ländern seit Dezember 1999 im Turnus von zwei Jahren jeweils zwei Erhebungen durch: Zum einen werden stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen befragt, zum anderen aber auch die Spitzenverbände der Pflegekassen. Es lohnt sich einen Blick auf die Daten zu werfen.

Pflege zu Hause

@depositphotos.com (Rawpixel)

Stationäre und ambulante Pflege – eine Frage des Pflegegrades?

Mit zunehmendem Alter können die Pflegebedürftigen ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen und sind auf Hilfe angewiesen. Es zeigt sich, dass 73 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in Deutschland die Pflege zu Hause bevorzugen, was fast 2 Millionen Menschen entspricht. Demgegenüber werden lediglich 27 Prozent der Pflegebedürftigen vollstationär in einem der insgesamt circa 13.000 Pflegeheimen versorgt.

Kontakt zu actioVITA

Dass immer mehr Menschen Pflege zu Hause möchten, zeigt die Entwicklung in der Pflegestatistik. So ist die Zahl der Pflegebedürftigen, die durch einen ambulanten Dienst betreut werden, um 12,4 Prozent angestiegen. Ebenso ist die Zahl der Pflegebedürftigen, die ausschließlich von Angehörigen versorgt werden, überdurchschnittlich – nämlich um 11,1 Prozent - angestiegen. Zusammen mit den Betroffenen, die den Service von ambulanten Diensten in Anspruch nehmen, bedeutet das insgesamt einen Anstieg der häuslichen Pflege um 11,6 Prozent. Im Vergleich dazu ist die Zahl der Pflegebedürftigen, die vollstationär in einem Heim betreut wurden, mit 2,5 Prozent nur unterdurchschnittlich angestiegen.

Am deutlichsten erhöht hat sich der Anteil der Pflegebedürftigen in den ersten beiden Pflegegraden. Übrigens sind deutlich mehr Frauen als Männer pflegebedürftig. So lag der Frauenanteil nach den jüngsten Zahlen der Pflegestatistik aus dem Jahr 2015 bei 64 Prozent. Egal ob nun Mann oder Frau, die Pflegeleistung wird Zuhause gewünscht.

Pflege zu Hause: Laut Pflegestatistik ein wichtiger Pfeiler des Pflegesystems

Weil die Betroffenen möglichst lange zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung leben wollen, ist die häusliche Pflege die wichtigste Säule des Pflegesystems in Deutschland. Dies zeigt auch die Pflegestatistik. Denn die Männer und Frauen, die vollstationär in einem Heim betreut werden, sind durchweg älter als die Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden. So waren 51 Prozent der Heimbewohner im Jahr 2015 älter als 85 Jahre, bei den Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden, lag der Anteil der über 85-Jährigen hingegen bei lediglich 32 Prozent. Ob die Pflege zu Hause erfolgen kann oder nicht, hängt natürlich sehr stark vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab: Der Anteil der Schwerstpflegebedürftigen in einem Heim beträgt 20 Prozent, während dieser in der Pflege zu Hause bei lediglich acht Prozent liegt.

Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne eine geeignete Pflegekraft für Ihr persönliche Pflege zu Hause zu finden.

Kontakt zu actioVITA

3 Antworten

  1. Dass die ambulante Pflege zu Hause zugenommen hat, zeigt auch, dass die stationäre Pflege in Heimen und Altenpflegestationen für viele a) nicht mehr attraktiv ist und b) nicht mehr zu bezahlen ist. Pflegekräfte aus Osteuropa, die mittlerweile auch eine hochwertige Pflege zu Hause erbringen können, sind eine kostengünstige Alternative geworden. Im Osten Europas und auch in südlichen Ländern Europas wie Italien gibt es viele gut ausgebildete Altenpfleger*innen – nur keine Arbeitsplätze. Demgegenüber haben wir in Deutschland mittlerweile ein genau umgekehrtes Problem: über 70.000 freie Stellen und viel zu wenig ausgebildetes Pflegepersonal. Wann wird sich in Deutschland endlich etwas bezüglich der Anerkennung und Vergütung von Pflegeberufen ändern, damit diese Berufe wieder attraktiver werden?
    • Genau dieser Missstand, betrübt mich auch immer wieder. Dieser ehrenvolle Beruf des Altenpflegers erhält in Deutschland einfach nicht die Wertschätzung, die er zweifelsohne verdient. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet die Pflege zu Hause eines Angehörigen zu übernehmen. Ich weiß wie schwierig es ist, die zusätzlichen körperlichen und psychischen Belastungen der Pflege zu Hause zu meistern. Warum sollte man sich – als Alternative zum Pflegeheim – denn keine Unterstützung einer polnischen Pflegekraft holen?
  2. […] Situation nicht nur für Gretel zu verbessern, sondern auch für den Vater zu erleichtern, der die Pflege zu Hause hauptverantwortlich übernommen hat. Also wird eine osteuropäische Pflegekraft engagiert. Der […]
  3. Frank
    Hallo und danke für den tollen Artikel. Pflege ist ein Thema heutzutage was nicht oft genug angesprochen wird. Meine Oma wird gepflegt und ist zum Glück sehr zufrieden VG Frank

Schreibe einen Kommentar zu Monika