Gesicherte Grundpflege ermöglicht zu Hause zu bleiben

Zu Hause bleiben können – ermöglicht mit der Grundpflege

Um tatsächlich im Pflegefall zu Hause in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, müssen die grundlegenden Elemente der Pflege gewährleistet werden. Dazu gehört nicht nur das Waschen. Auch die Ernährung und die Mobilität sind maßgeblicher Teil der Grundpflege.

Welchen Zeitraum darf so etwas einnehmen?

Gesicherte Grundpflege

© actioVITA

Wie hoch der Zeitaufwand für die Grundpflege ist, ist tatsächlich von Werten abhängig, die der Familienangehörige real benötigt. Hier sind einmal nicht die Zeiten gefragt, die eine professionelle Kraft dafür im Einzelnen aufbringen müsste. So jedenfalls lautet an dieser Stelle die gesetzliche Vorgabe zur Grundpflege (§ 15 Abs. 3 SGB XI).

Wohl aus Gründen der Vereinfachung sind die Pflegekassen an der Stelle dazu übergegangen, die Zeiten der Grundpflege zu standardisieren.

Eine gute Grundpflege bleibt trotzdem individuell

Mit viel Akribie ist man darangegangen, die Elemente der Grundpflege in ein Zeitraster mit verbindlichem Charakter zu „gießen“. Tatsächlich ist der Aufwand für diese Tätigkeiten das alleinige Merkmal, auf dessen Basis die Ansprüche zur Grundpflege in der Pflegeversicherung entschieden werden. Dabei ist es gerade für den Laien höchst beeindruckend, dass weder die Diagnose(n) noch die voraussichtliche verbleibende Lebenserwartung oder die seelischen Belastungen in die Entscheidungsfindung einfließen.

Beim Antrag auf Pflegegeld sind die Zeiten der Grundpflege wichtig

Dabei werden für eine Ganzkörperwäsche beispielsweise 20 bis 25 Minuten veranschlagt. Ein Duschbad dauert danach 15 bis 20 Minuten und das Rasieren zwischen 5 und 10 Minuten. Das sind natürlich nur einige Eckdaten aus einem umfassenden Verzeichnis aller denkbaren Leistungen.

Die fünf Grundformen der Grundpflege:

  1. Pflegebedürftige Personen sollen grundsätzlich all das tun, was sie tatsächlich noch leisten können – ohne sich oder andere zu gefährden. Ein dafür klassisches Beispiel ist die Rasur des Männergesichts. Der Pflegebedürftige kann, darf und soll das alleine tun, solange die Klinge sachgemäß benutzt wird und er die Rasur in einer noch angemessenen Zeit durchführen kann. Ist das auch mit konkreter Anleitung oder gar einer Unterstützung nicht mehr möglich, wird der Betroffene via Grundpflege von der Pflegekraft rasiert. Das betrifft letztlich alle Handlungen und Verrichtungen des täglichen Lebens.
  2. Bei der Unterstützung bleibt ein guter Teil der Handlungsautonomie erhalten. Die Defizite in den einzelnen Handlungen werden „einfach“ unterstützt und ergänzt. Das Prinzip wird besonders beim Ankleiden und Ausziehen deutlich.
  3. Manchmal weiß ein Pflegebedürftiger einfach nicht mehr, wie man eine Gabel in die Hand nimmt, den nächsten Happen aufnimmt und ihn dann zum Munde führt – und das, obwohl er es motorisch noch kann. Unter Anleitung können solche Handlungen dann ggf. wieder erfolgreich durchgeführt werden.
  4. Die teilweise Übernahme ist der Unterstützung ähnlich, geht in Summe aber tiefer, weil komplette Teile von Handlungen von der Pflegekraft übernommen werden.
  5. Die vollständige Übernahme von Handlungen gipfelt dann darin, dass der Betroffene einzelne Handlungen gar nicht mehr autonom und auch nicht mehr durch Unterstützung erledigen kann. Oder: Der Betroffene kann keinen eigenen Beitrag mehr zu einer bestimmten Tätigkeit leisten. Er bekommt seine Hände vielleicht nicht mehr so hoch, dass er seine Haare nicht mehr selber kämmen kann.

All das sind die Elemente der Grundpflege, die es möglich machen, dass auch sehr unselbstständig gewordene pflegebedürftige Personen noch immer unbesorgt zu Hause leben können.

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