Drei Tipps zur optimalen 24 Stunden Pflegekraft

Für die meisten Angehörigen ist es zunächst eine große Herausforderung, wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird. Das gilt insbesondere, wenn die Pflegebedürftigen die Hilfe nicht nur für ein paar Stunden pro Tag brauchen, sondern eine Rund-um die-Uhr-Betreuung. Wie man die richtige 24 Stunden Pflegekraft findet, wie man die Pflege richtig organisiert und welche Stolperfallen auftreten können, beantworten die folgenden Tipps.

24 Stunden Pflegekraft

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1. Wie man die richtige 24 Stunden Pflegekraft findet.

Den Angehörigen stehen drei Möglichkeiten offen, um eine Pflegekraft zu finden: Entscheiden sie sich für das sogenannte Entsendemodell, beauftragen sie eine deutsche Vermittlungsagentur, wie actioVITA, damit, eine 24 Stunden Pflegekraft für die Angehörigen zu finden. In diesem Fall treten die Angehörigen lediglich als Auftraggeber auf. Die Angehörigen können aber auch selbst eine Pflegekraft einstellen, vermittelt z.B. durch die Bundesagentur für Arbeit. Hierbei ist die Familie allerdings Arbeitgeber - mit allen damit verbundenen Pflichten und Risiken. Die dritte Alternative besteht darin, eine osteuropäische Betreuungsperson zu engagieren, die auf selbstständiger Basis die Pflege übernimmt, auch hier fungiert die Familie lediglich als Auftraggeber.

2. Woran lässt sich ein seriöses Angebot erkennen?

Sofern das beauftragte Vermittlungsunternehmen eine deutsche Gesellschaftsform – etwa eine GmbH – aufweist, unterliegt die Firma deutschem Recht. Das ist zumindest ein erstes Anzeichen für ein seriöses Angebot. Wird die 24 Stunden Pflegekraft aus dem Ausland entsendet, muss sie die sogenannte A1-Bescheinigung besitzen. Damit wird bestätigt, dass die Pflegekraft in ihrem Heimatland beschäftigt und dort sozialversichert ist. Bei in Deutschland selbstständigen Pflegekräften ist die Vorlage einer Gewerbeanmeldung und der Ausschluss des Risikos der sog. Scheinselbstständigkeit wichtig. Wollen die Angehörigen ganz sicher gehen, sollten sie die Verträge, die abgeschlossen werden müssen, hinsichtlich bestimmter Kriterien (wie gegenseitige Rechte und Pflichten, Kündigungsfristen, Arbeits- und Freizeitregelungen, …) genau prüfen bzw. prüfen lassen.  Eine gute Orientierung bieten unter anderem verschiedene Verbände wie der VHBP Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. , Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen.

3. Wichtig: Ein Pflegetagebuch

Ein Pflegetagebuch empfiehlt sich vor allem in Fällen, in denen der Zustand des Pflegebedürftigen wechselt. Denn die Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen sehen bei ihrem Besuch zur Beurteilung des Grades der Pflegebedürftigkeit, die maßgeblich für die Leistungen der Pflegekasse ist, nur eine Momentaufnahme. Im Pflegetagebuch sollte für einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Wochen der komplette Hilfebedarf inklusive des Zeitaufwandes festgehalten werden, um einen Überblick über den tatsächlichen Aufwand zu bekommen. Diese Aufzeichnungen sind auch für den Fall wichtig, dass Umbaumaßnahmen in der Wohnung des Pflegebedürftigen notwendig sind, für welche die Angehörigen Zuschüsse bei der Pflegekasse oder staatliche Förderungen in Anspruch nehmen möchten.

1 Antwort

  1. A.Neumeyer
    Guten Tag, mich würde interessieren, ob die 24-Stunden-Kraft von der Pflegekasse übernommen wird. Im Fall von osteuropäischen Agenturen ist das ja (leider) nicht der Fall. Für meine Mutter haben wir derzeit eine Betreuerin aus Polen. Vielen Dank A. Neumeyer

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