Die Verhinderungspflege kommt für Pflegeersatz auf

Die Verhinderungspflege: optimale Voraussetzung auch beim Ausfall der Pflegeperson

Die Pflegebedürftigkeit einzelner Personen kann sich langsam und schleichend einstellen – sie kann aber auch ganz plötzlich, zum Beispiel als Folge eines Unfalls oder einer Operation entstehen. Dann kommt oftmals auch die Verhinderungspflege ins Spiel, wenn die Pflegeperson mal ausfällt.

Auch pflegende Angehörige können ausfallen

Verhinderungspflege

© actioVITA

Die Pflege selbst nimmt ihren Anfang zumeist in den eigenen vier Wänden. Die Statistiken zeigen eine Häufung der Fälle, in denen ein naher Angehöriger erkrankt, der in einer häuslichen, familiären Lebensgemeinschaft lebt. Daraus ergibt sich zumeist die gefühlte Pflicht des Partners, der Kinder oder anderer Angehöriger, sich um diesen Angehörigen zu kümmern.

In vielen Fällen wird die Pflege dann zu einer Selbstverständlichkeit. Das ist insbesondere bei Ehepaaren oder vergleichbaren Lebensgemeinschaften der Fall. Die Verhinderungspflege hilft dabei, die Pflegepersonen bei Bedarf zu entlasten.

Die Verhinderungspflege im eigenen Zuhause

In vielen Fällen kommt irgendwann der Moment, in dem diese Aufgabe von den Angehörigen nicht mehr leistbar ist. Die Alternativen dazu sind schnell ausgemacht. Dazu zählen die oft unbeliebte, ja förmlich verweigerte Unterbringung im Heim und die häusliche Grundpflege, die in § 36/§ 38 SGB XI definiert und geregelt ist. Diese häusliche Grundpflege ist es, die dem Wunsch der meisten Menschen entspricht. Mit dieser Versorgung können die Pflegebedürftigen nämlich weiterhin zu Hause leben und werden dann dort versorgt. Auf diese Weise können auch ein Krankenhausaufenthalt verkürzt und die Unterbringung im Heim vermieden werden.

Die Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegekasse

Diese Form der Versorgung ist der Klassiker schlechthin, wenn die Angehörigen als Pflegekräfte selbst mal nicht können. Formell sind sie dann verhindert. Darum heißt diese Form der Pflege auch folgerichtig Verhinderungspflege. Hinter der Verhinderungspflege steht eine Grundpflege, die die Körperpflege, das Betten, das Lagern und die Bewegungstherapie enthält. Diese Grundpflege, die Verhinderungspflege, wird von den Pflegekassen finanziert. Obwohl diese von der Pflegeversicherung finanziert wird, ist dafür keine Pflegeeinstufung erforderlich.

Die Verhinderungspflege ist eine ambulante  Leistung

Die Verhinderungspflege ist eine nicht in jedem Fall planbare Ersatzleistung. Der pflegende Angehörige kann schließlich auch aus den unterschiedlichsten Gründen „ausfallen“. Bereits nach sechs Monaten Pflege steht einem pflegenden Angehörigen eine Auszeit zu, die mittels der Verhinderungspflege überbrückt wird. Dazu wird die pflegebedürftige Person je nach Situation und Pflegenotwendigkeit ein Mal bis mehrmals pro Tag besucht und versorgt. Die Verhinderungspflege wird durch die professionellen Kräfte eines mobilen Pflegedienstes durchgeführt.

Verhinderungspflege als Kurzzeitpflege

Allerdings geht es beim Einsatz nicht nur um die „Urlaubszeit“ der pflegenden Angehörigen. Natürlich können auch diese Angehörigen mal krank werden, selbst zur Kur oder ins Krankenhaus müssen. Die Wartezeit auf einen (auch nicht gern genommenen) Platz in der Kurzzeitpflege kann unangenehm lang sein. Unter Umständen kann sie auch zu lange dauern, um den Ausfall des pflegenden Angehörigen sinnvoll überbrücken zu können. Auch für Fälle dieser Art ist die Verhinderungspflege das ideale Mittel, um die Versorgung des Pflegebedürftigen unterbrechungsfrei gewährleisten zu können.

Verhinderungspflege kann man auch ohne Pflegestufe buchen

Allerdings gibt es Kombinationsmöglichkeiten: Die Verhinderungspflege kann auch als Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung durchgeführt werden. Auch für diese Form werden die Kosten innerhalb klar geregelter Grenzen übernommen. Was im Einzelfall möglich ist, kann mit Pflegeberatern besprochen werden. Die unterstützen im Bedarfsfall auch gerne bei der Antragstellung zur Verhinderungspflege.

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