Der Antrag auf Pflegestufe will wohlbedacht sein

Kinder haften für ihre Eltern – der Generationenvertrag in der Pflegeversicherung

Die Weichen sind beim Antrag auf Pflegestufe gestellt. Wider Erwarten aber nicht nur die der Pflegereform, sondern auch die in Richtung Bürokratie-Abbau. Letzteres geschieht allem Anschein nach eher unauffällig und in kleinen, wohlüberlegten Schritten.
Gut Ding will eben Weile haben.

Ein Gutachten als abschließende Basis für den Antrag auf Pflegestufe

Pflegevertrag

© fotolia.com, Agenturfotografin

Die einzige offizielle Hürde beim Antrag auf Pflegestufe ist allerdings der Besuch eines Gutachters im Zuhause des Antragstellers. Von seinem Bericht hängt es ab, ob und – wenn ja – wie viel Geld der Pflegebedürftige erhält, wenn er die Pflegestufe beantragen will. Auf diesen Termin kann man sich nach dem Antrag auf Pflegestufe gut vorbereiten – muss man aber nicht. Und doch…

Beim Antrag auf Pflegestufe geht es um richtig viel Geld

Die Verantwortung der Gutachter ist nach dem Antrag auf Pflegestufe enorm groß. Die Pflegereform, die die Bundesregierung verabschiedet hat, soll den Millionen von Pflegebedürftigen beim Antrag auf Pflegestufe rund 4 Prozent höhere Leistungen bringen. Da gilt es hauszuhalten. Aus den ursprünglich drei definierten Pflegestufen sollen zum Jahr 2017 zu fünf Pflegegraden werden.

Man muss für einen Antrag auf Pflegestufe ernstlich der Hilfe bedürftig sein

Will man eine Pflegestufe beantragen, reicht es nicht, seinen Schwerbehindertenausweis auf den Tisch zu legen und ein gewinnendes Lächeln aufzusetzen. Wichtig ist, ob der Patient sich zum Beispiel noch allein waschen und kämmen kann – oder ob er dabei Hilfe braucht. Nein, das Waschen und Kämmen muss nicht präsentiert werden. Es reicht für den Antrag auf Pflegestufe auch aus, wenn sich der Betroffene ins Haar greifen kann, weil der Gutachter auf ein nicht vorhandenes Blatt oder ein Insekt aufmerksam macht. Für Demenzkranke gelten da in der Pflegestufe 0 noch ganz andere Regeln.

Die Schokoladenseite vom Antrag auf Pflegestufe

Viele Pflegebedürftige wollen sich natürlich vor dem „Doktor“ von ihrer stärksten Seite zeigen. Nötig ist aber eine realistische Darstellung der Alltagslage. Kraftakte sind da fehl am Platz. Angehörige können sich dann nützlich machen und so manches gleich zurechtrücken.

Ein Pflegetagebuch hilft bei der Entscheidungsfindung

Der Abbau von Bürokratie gilt nicht für die Angehörigen. Sie sind in der Pflicht ein Pflegetagebuch zu führen. Darin wird dokumentiert, in welchen Umfang der Kranke tatsächlich Unterstützung und Hilfe braucht. Nach dem Besuch dauert etwa es zwei Monate und die Verwaltung hat über den Pflegestufen-Antrag entschieden. Gegen eine Ablehnung ist allerdings ein Widerspruch möglich. „Sich wehren und kämpfen lohnt“ an der Stelle aber. Im Zweifel gibt es ein besser vorbereitetes zweites Gutachten.

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