Das Pflegestärkungsgesetz in aller Munde

Aus dem ursprünglichen Gedanken ist durch das Pflegestärkungsgesetz ein mächtiges Werk geworden. Von dieser gesetzlich verordneten zweistufigen Revolution der Pflegewelt wird hauptsächlich Deutschlands größter Pflegedienst gestärkt: das Heer der Angehörigen der Pflegebedürftigen. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden nämlich zu Hause gepflegt. Und die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt stetig weiter. Nach offiziellen Angaben wird es in Deutschland schon im Jahr 2030 rund eine Million Menschen mehr geben, die der Pflege brauchen.

Vor diesem Hintergrund wird die Pflege jetzt in Deutschland gestärkt.

Zweites Pflegestärkungsgesetz

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Unter dem Bundesadler wurden im Deutschen Bundestag zwei Pflegestärkungsgesetze verabschiedet, die auch in zwei Stufen in Kraft treten. Unter Pflegestärkungsgesetz.de hat die Bundesregierung die offizielle Lesart veröffentlicht.

Mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz kamen die ersten Verbesserungen bereits mit dem 01.01.2015 bei den Menschen an. So haben beispielsweise alle Pflegebedürftigen nach dem Pflegestärkungsgesetz einen erweiterten Anspruch auf Betreuungsleistungen in den eigenen vier Wänden im Wert von 104 Euro pro Monat. Bei Pflegebedürftigen mit Demenz steigt dieser Betrag laut Pflegestärkungsgesetz auf 208 Euro pro Monat.

Das zweite Pflegestärkungsgesetz entwickelt die Pflege mit ihren aktuell 3 Pflegestufen mit dann 5 Pflegegraden noch konsequenter weiter. Es versteht sich von selbst, dass sich die Regeln ganz anders lesen, als sich die daraus resultierende Pflege anfühlt. Der gesetzliche Teil ist aber auch auf den offiziellen Seiten der Bundesregierung dokumentiert.

Was es in Sachen Pflegestärkungsgesetz noch zu wissen gibt

Das erklärte Ziel dabei ist, dass es für jeden Pflegebedürftigen einen Maßanzug der möglichen Maßnahmen gibt. Es können so genau die Dienste abgerufen werden, die der Bedürftige wirklich braucht. Auch bei Inanspruchnahme von Kurzzeit- und Verhinderungspflege können nach dem Pflegestärkungsgesetz Mittel weitaus besser miteinander kombiniert werden. Pflege hat ganz viel mit Menschlichkeit zu tun. Die aber besteht aus Zeit – nicht aus Bürokratie. Genau das ist es, was das neue Gesetz in seinem Kern aussagt. Diese Neuerung stärkt den Zusammenhalt – und das ist es, worauf es ankommt. Das Qualitätsmanagement allein macht keine gute Pflege aus. Die Einfühlsamkeit ist der entscheidende Faktor – und genau der wird per gesetzlicher Regelung nun gestärkt.

Was muss man nur tun, um all das in Anspruch nehmen zu können?

Die Antwort ist verblüffend einfach und unmissverständlich: Nichts! Die für Sie zuständige Pflegekasse beziehungsweise Pflegeversicherung erhöht per Gesetz alle laufenden Zuwendungen automatisch um pauschal 4 Prozent. Einzige Ausnahme: All jene Leistungen, die erst mit der Gesetzesänderung aus den Jahren 2012 und 2013 eingeführt wurden, steigen um 2,67 Prozent. Die Leistungen für den barrierefreien Umbau etc. müssen aber in jedem Fall pro Einzelmaßnahme beantragt werden.

Pflegestärkungsgesetz - Eine Frage der Beratung

Das volle Leistungsspektrum und die getroffenen Änderungen sind bei Weitem umfangreicher als die hier beschriebenen Highlights. Schon deswegen ist es sinnvoll und ratsam, sich, bezogen auf den einzelnen Fall, individuell beraten zu lassen. Dazu gibt es sowohl Pflegestützpunkte als auch Pflegeberater. Die besuchen Sie auch gerne zu Hause. So bleiben Sie in Ihrer gewohnten Umgebung und können so das Gefühl vermeiden, in ein „Amt“ zu müssen. Individueller kann eine gute Beratung nicht sein.

1 Antwort

  1. Daniel
    Ich danke Ihnen für diesen interessanten Artikel. Es werden so viele Gesetze rausgehauen, von denen man aber kaum etwas mitbekommt. Schön, dass Sie dazu etwas geschrieben haben. Ich werde Ihren Artikel deswegen gerne weiter empfehlen.

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