Die kleine, große und die Grundpflege im Bett: Eine Definition

Bei der Grundpflege handelt es sich um eine Leistung, die laut dem Sozialgesetzbuch von den Pflegeversicherungen finanziert wird. Die Grundversorgung ist nach Pflegegraden gestaffelt und wird anhand des zeitlichen Pflegebedarfes bemessen. Zu den Leistungen gehören Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Vorbeugung, Kommunikation und die Förderung der Eigenständigkeit. Ausgenommen von den Leistungen ist die Versorgung des Pflegebedürftigen mit Medikamenten.

Grundpflege

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Was bedeutet die Grundpflege genau?

Der Begriff Grundpflege umschreibt die Tatsache, dass der Pflegebedürftige bei alltäglichen Vorrichtungen auf die Hilfe pflegender Angehöriger oder externer Betreuungskräfte wie einer Pflegekraft mit diesem Schwerpunkt angewiesen ist. Konkret bedeutet dies, dass die Pflegekraft diejenigen Handgriffe für den Pflegebedürftigen übernimmt, die er selbst nicht mehr alleine ausführen kann. Darüber hinaus fördert sie den Pflegebedürftigen bei all jenen Abläufen, die er selbst noch erledigen kann. Dieser Aspekt ist insbesondere wichtig, wenn der Pflegebedürftige eine besondere Beeinträchtigung hat. Das ist etwa der Fall, wenn er bettlägerig ist und deshalb alle Grundverrichtungen im Bett erledigt werden müssen. Diese Sonderform der Grundpflege wird „Grundpflege im Bett“ genannt.

Was ist der Unterschied zwischen großer und kleiner Grundpflege?

In den Leistungskatalogen der ambulanten Pflegedienste werden oft Listen aufgeführt, die 17 bis 30 verschiedene Leistungskomplexe wie kleine Grundpflege, Grundpflege am Waschbecken oder große Grundpflege aufführt. Allerdings gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung, welche Einzelleistungen in diesen verschiedenen Paketen enthalten sind, diese unterscheiden sich also von Bundesland zu Bundesland. Betroffene Angehörige müssen sich daher am Wohnort des Pflegebedürftigen näher darüber informieren, welche Leistungen in welchem Paket enthalten sind.

Diese können bei der kleinen Grundpflege beispielsweise das An- und Ausziehen sowie das Auswählen der Kleidung, das Waschen von Teilbereichen des Körpers, die Mund- und Zahnpflege inklusive Lippenpflege und Versorgung von Zahnprothese sowie das Ausscheiden von Stuhlgang und Harnlassen mit Hilfestellung sein. Dies kann entweder im Bett erfolgen, wobei die Pflegekraft dann die Ausscheidungen entsorgen muss, oder sie hilft dem Betroffenen beim selbstständigen Toilettengang.

Ein Alltagsbeispiel „Zähneputzen“ und die richtige Handlungskette in der Grundpflege

Jede der genannten Grundverrichtungen besteht in der Grundpflege aus folgenden Teilvorgängen:

• Vorbereitung
• Durchführung
• Nachbereitung

Jeder dieser Schritte wird in einer sogenannten Handlungskette zusammengefasst. Beispielsweise umfasst das Zähneputzen nicht nur das Putzen an sich. Bevor das geschieht, legt die Pflegekraft am Waschbecken oder in unmittelbarer Nähe alle benötigten Utensilien bereit. Gegebenenfalls wird zudem ein Stuhl ins Bad gestellt, um dem Pflegebedürftigen das Zähneputzen zu erleichtern. Anschließend wird der Pflegebedürftige von der Pflegekraft ins Bad und direkt vor das Waschbecken geführt. Erst wenn der Pflegebedürftige sicher steht oder sitzt, trägt die Pflegekraft Zahnpasta auf die Zahnbürste auf. Falls es nötig ist, kann sie dem Pflegebedürftigen – sofern er zum Zähneputzen noch allein in der Lage ist – die Hand führen. Sobald das Zähneputzen erledigt ist, reicht sie ihm einen Becher mit Wasser für die Spülung, reinigt abschließend Becher und Bürste und führt den Pflegebedürftigen wieder aus dem Raum.

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